Die LV-Funktion wird üblicherweise als systolisch oder diastolisch, global oder regional beschrieben und
beurteilt. Die myokardiale Funktion während des gesamten Herzzyklus ist jedoch auf Grund der Myokardarchitektur
komplexer. Die radiale LV-Funktion prädominiert zwar, aber die longitudinale und die torsionale
LV-Funktion spielen auch eine wichtige Rolle. Der globale Strain (z.B. 2D-Strain), sowie
andere Parameter kann einen Einblick in die longitudinale LV-Funktion verleihen. Die radiale
LV-Funktion wird vorwiegend mit den unten dargestellten Methoden beurteilt.
Qualitative Beurteilung der systolischen LV-Pumpfunktion
Quantitative Beurteilung der systolischen LV-Pumpfunktion
– Berechnung der linksventrikulären Auswurffraktion, LV-EF (EF = ejection fraction)
– Formel: [(EDV - ESV) / EDV] x 100 = EF (%)
– Bestimmung der Volumina mittels Scheibchensummationsmethode (modifiziert nach Simpson, biplan)
Regionale Wandbewegungsbeurteilung
Das 18-Segment-Modell: Linksventrikuläre
Wandsegmente
Es gibt viele verschiedene Modelle zur Einteilung der linksventrikulären Wandsegmente und
entsprechend, etwas Verwirrung. Das 16-Segment-Modell, empfohlen von der American Society of
Echocardiography, 1989, hat sich in der Praxis bewährt. Zwei Segmente kommen bei
der 3-Kammerblick Anlotung hinzu, anteroseptal apical und posterior apical. Die apikalen Segmente sind
bei den amerikanischen Modellen jedoch nur 4: apical anterior, apical lateral, apical inferior und
apical septal. Ein neues Modell wurde vorgeschlagen, um die Echokardiographie zu den Modellen der
radiologischen Untersuchungsmetho- den Thallium-Szintigraphie, MRT und PET anzugleichen.
Das Dokument kann von der ASE direkt heruntergeladen werden:
Recommendations for
Chamber Quantification, 2005.
Die Koronarversorgung und das neue 17-Segment-Modell der ASE werden hier beim überfahren des Bildes mit der Maus dargestellt
(Zulassung von JavaScript erforderlich).
Beispiele der regionalen Wandbewegungsstörungen
Links: Normokinesie aller Wandsegmente des LV
in Vierkammerblick. Merke die leichte Minderbewegung septal im Verhältnis zu lateral. Dies
ist ein physiologisches Phänomen.
Rechts: Hypokinesie lateral. Eine geringe Zunahme der Wandverdickung in der Systole
ist noch vorhanden. Merke die deutliche Hyperdynamie septal, hier als kompensatorisch zu interpretieren.
Links:
Akinesie inferior basal, Hypokinesie inferior medial in Zweikammerblick. Merke die fehlende Myokardverdickung im Bereich der
Akinesie.
Rechts: Dyskinesie des LV-Apex. Merke die Auswärtsbewegung der LV-Spitze während
der Systole.