Die Beurteilung des rechten Ventrikels (RV) befindet sich in einem kontinuierlichen Zustand des "work in progress".
Die Parameter, Werte und Algorithmen die heute gezeigt werden, werden möglicherweise in der Zukunft anders
interpretiert werden.
Eine quantitative Beurteilung der systolischen RV-Funktion ist aufgrund der RV-Morphologie,
mit den gängigen Methoden, die für den linken Ventrikel angewendet werden, nicht möglich,
da die Voraussetzung einer gleichmäßigen, zylindrischen Form nicht vorhanden ist.
Die systolische RV-Funktion wird daher nur visuell (qualitativ) beurteilt. Eine regionale bzw.
globale RV-Dilatation muß dokumentiert werden, sowie der Diameter und das Atemverhalten der Vena cava
inferior.
Es ist nicht bekannt, ob die vorhandenen Parameter zur Beurteilung der diastolischen LV-Funktion
die gleiche Wertigkeit für die Beurteilung der diastolischen RV-Funktion besitzen. Andere
Parameter haben jedoch eine wichtige Rolle gefunden, z.B. bei der Beurteilung
der globalen Funktion (Tei-Index) oder der longitudinalen systolischen Funktion (TAPSE,
TASV, RV-Strain). Eine Zusammenfassung liegt bei
Advances in Pulmonary Hypertension vor.
Parameter zur quantitativen Beurteilung:
TAPSE, TASV, Tei-Index, LV-EI
Die Beurteilung der RV-Funktion fängt mit der Bestimmung der RV-Größe und
der qualitativen Abschätzung ihrer Funktion an.
Links:
Normal großer RV mit guter Pumpfunktion. Der RV zeigt eine kleinere
Oberfläche als der LV (< 1:2 bzw. 1:3).
Rechts:
Dilatierter RV mit deutlich eingeschränkter Pumpfunktion.
Links:
Die TAPSE wird mittels M-Mode gemessen und entspricht der Distanz der
Bewegung des Trikuspidalanulus von der Enddiastole bis zur Endsystole.
Rechts:
Die Geschwindigkeit dieser systolischen Bewegung der freien Wand des RV kann mittels TDI
bestimmt werden.
Links:
Farbkodierter Gewebe- doppler (TDI).
Rechts: Der Tei-Index, auch bekannt als "Myocardial
Perfor- mance Index" (MPI) kann mittels PW-Doppler im RVOT und RV-Einfluß,
aber ebenso mittels TDI bestimmt werden. Im letzten Fall wird auch die Formel (a-b)/b angewendet.
Links:
Die ventrikuläre Inter- dependenz kann hier deutlich erkannt werden. Der LV ist
Auf- grund der septalen Einkerbung in seiner Funktion eingeschränkt.
Rechts:
Der LV-Exzentrizitätsin- dex (Lei), systolisch, aber auch diastolisch ist daher
ein wichtiger, auswertbarer Parameter. Lei = D1/D2. Normwert = 1.
Beurteilung der RV-Funktion mittels 3D-Echo
Die RV-Funktion kann mittels 3D-Echo zuverläßig bestimmt werden. Voraussetzungen sind:
ein Matrix-Array-Schallkopf und eine aktuelle Software zur Offline-Auswertung der 3D-Daten.
Es folgen einige Beispiele von Untersuchungen mittels 2D und 3D-Echo.
Links:
Dilatierter RV mittels 3D-Volumetrie, hier von vorne präsentiert. Rot ist der RV-Apex, grün der
Einflußtrackt und gelb der Ausflußtrakt.
Rechts:
Der gleiche RV, hier von hinten angeschaut. Die grauen Oberfläche repräsentieren die
Trikuspidal- und die Pulmonal- klappe.
Links:
Hier die 2D-Aufnahme des gleichen Falls, von der apikalen Vierkammerblick Anlotung
darge- stellt. Die qualitative Beurteilung ergibt eine hochgradig einge- schränkte
RV-Funktion.
Rechts:
Hier die quantitativen Ergebnisse der 3D-Volumetrie.
Links:
Der RV ist leicht dilatiert und zeigt eine nur leicht einge- schränkte
Pumpfunktion, hier von vorne angesehen.
Rechts:
Der gleiche Fall von hinten dargestellt.
Links:
Hier die 2D-Aufnahme des gleichen Falls, von der apikalen Vierkammerblick Anlotung
darge- stellt. Die qualitative Beurteilung ergibt eine leichtgradig einge- schränkte
RV-Funktion.
Rechts:
Die quantitativen Ergeb- nisse der 3D-Volumetrie bestäti- gen die qualitative
Abschätzung der RV-Funktion.