Parasternal lange Achse:
Auf- setzen des Schallkopfes im 3. Interkostalraum links parasternal. Die
Schallkopfmarkierung zeigt zur rechten Patientenschulter. Dargestellt
werden der rechte (RV) und linke Ventrikel (LV), die Aortenwurzel (Ao)
und der linke Vorhof (LA).
Parasternal kurze Achse (Pa- pillarmuskelebene):
Drehung des Schallkopfes aus der vorherigen Anlotung um 90° im Uhrzeigersinn. Dargestellt
werden der linke Ventrikel (LV) im Querschnitt auf Höhe der Papillarmuskeln und der rechte
Ventrikel (RV).
Parasternal kurze Achse (Mi- tralklappenebene):
Beibehal- tung der vorbeschriebenen Position, Schallkopf gering nach rechts unten kippen.
Dargestellt werden der linke Ventrikel (LV) im Querschnitt auf Höhe der Mitralklappe und der
rechte Ventrikel (RV).
Parasternal kurze Achse (Aor- tenklappenebene):
Beibehal- tung der vorbeschriebenen Position, Schallkopf weiter nach unten kippen. Dargestellt
werden die Aortenklappe (AV), die Pulmonalklappe (PV), der linke (LA) und der rechte
Vorhof (RA), die Trikuspidalklappe (TV), sowie der rechtsventrikuläre Ausfluss- trakt (RVOT).
Apikal Vierkammerblick:
Auf- setzen des Schallkopfes im Bereich des Herzspitzenstoßes, etwa im 5. Interkostalraum
in der Medioclavicular- bzw. bis zur vorderen Axillarlinie. Die Schall- kopfmarkierung zeigt nach
unten, zur
linken Patientenseite. Dar- gestellt werden der linke (LV) und rechte Ventrikel (RV), sowie der
linke (LA) und rechte Vorhof (RA).
Apikal Zweikammerblick: Dre- hung des Schallkopfes
aus der vorherigen Anlotung um ca. 60° entgegen dem Uhrzeigersinn. Dargestellt werden der
linke Ventrikel (LV) und der linke Vorhof (LA).
Apikal Dreikammerblick (RAO- Äquivalent):
Weiterdrehung des Schallkopfes aus der vorherigen Anlotung um ca. 60° entgegen dem
Uhrzeigersinn und leichtes seitliches Kippen. Dargestellt werden der linke Ventrikel (LV), der
linke Vorhof (LA) und die Aortenwurzel (Ao).
Apikal Fünfkammerblick:
Anlo- tung wie bei Vierkammerblick und dann leichtes Kippen des Schallkopfes nach unten.
Die Aortenklappe (AV) kommt zum Vorschein. Das Kippen des Schallkopfes in die Gegenrichtung
stellt den Koronarsinus dar.
Subcostal:
Schallkopf im sub- xyphoidalen Bereich. Die Schall- kopfmarkierung zeigt in Richtung Kopf des
Patienten. Dargestellt wird hauptsächlich die Vena cava inferior (VCI). Mit einer leichten
Schallkopfdrehung im Uhrzeiger- sinn können der rechte und linke Ventrikel, sowie der
rechte (RA) und linke Vorhof dargestellt werden.
Suprasternal:
Schallkopf im suprasternalen Bereich. Die Schallkopfmarkierung zeigt Rich- tung Kopf des Patienten
mit einer ca. 45° Drehung nach rechts. Dargestellt werden der Aorten- bogen (*), die
Halsarterien (TB, CL, SL) und teilweise auch die Lungenarterien (RPA) und der linke Vorhof (LA).
Messungen immer senkrecht zur Hauptachse des Gefäßes, der Kammer oder des
Vorhofs durchführen. Die Aortenwurzel wird standardmäßig am Anfang, der linke Vorhof am Ende der Systole
gemessen. Senkrechte Anlotungen von parasternal sind bei erwachsenen Menschen häufig nicht möglich,
zur besseren Orientierung kann die kurze Achse anstatt der parasternalen langen Achse genommen werden.
Eine globale Einschätzung des Herzens aus allen Anlotungen ist notwendig, um Überschätzungen
bzw. Unterschätzungen der Dimensionen zu vermeiden.
Die traditionellen M-Mode-Messungen von parasternal sind aus dem oben genannten Gründen nicht mehr
zu empfehlen.
Aortenwurzel
< 40 mm
Aorta ascendens
< 40 mm
Aortenbogen
< 30 mm
Aorta descendens
< 20 mm
Linker Vorhof
< 40 mm
Rechter Vorhof
< 35 mm
Rechter Ventrikel
< 30 mm
Vena cava inferior
< 20 mm
Interventrikuläres Septum
6-10 mm
Linksventrikuläre Hinterwand
6-10 mm
Linker Ventrikel - enddiastolisch
40-55 mm
Linker Ventrikel - endsystolisch
variabel
Dopplergeschwindigkeiten
Aortenklappe
1,35 (1,0 - 1,7) m/s
Mitralklappe
0,90 (0,6 - 1,3) m/s
Pulmonalklappe
0,75 (0,6 - 0,9) m/s
Trikuspidalklappe
0,50 (0,3 - 0,7) m/s
Die American Society of Echocardiography hat neue Empfehlungen zur
Quantifizierung der Hezkammer herausgegeben.
Das Dokument kann von der ASE direkt heruntergeladen werden:
Recommendations for
Chamber Quantification, 2005.
Klappenprothesen - Normwerte
Geschwindigkeiten sind nicht nur vom Durchmesser
der Klappenprothesen und Prothesentyp abhängig, sondern auch vom Grad der Hyperdynamie (Schwangere
Frauen, Hypertyroidismus, körperliche Belastung, Anämie), Vorhandensein einer signifikanten
Protheseninsuffizienz und das sogenannte "too-small-to-fit" Phänomen, eine zu klein
gewählte Klappe für die vorhandene anatomische Architektur.
Maximale Geschwindigkeit (Vmax) in m/s, Peak-Pressure-Gradient (PPG) und
Mean-Pressure-Gradient (MPG) in mmHg.
Bileaflet = Doppelflügelprothese, Tilting disk = Kippscheibenprothese,
Bio-stented = Bioprothese mit Stent, Caged ball = Käfigkugelprothese, AVP =
Prothesen in Aortenposition, MVP = Prothesen in Mitralposition.